Ausstellungsprojekt: ABGEGEBEN


Wochenkrippen in der DDR

5. März – 1. Mai 2023 Kunsthalle Rostock

https://www.kunsthallerostock.de/de/ausstellungen/ausstellung/2023/abgegeben-wochenkrippen-in-der-ddr

Als ehemaliges Wochenkrippenkind hatte ich die Chance, an diesem Ausstellungsprojekt teilzunehmen. Für mich war es ein intensive Reise in meine Vergangenheit, für die ich sehr dankbar bin.

„Wochenkrippen in der DDR

Kinderbetreuung in der DDR galt lange als vorbildlich. Nach dem politischen Um­ bruch 1989 wurde sie auch in Westdeutschland größtenteils positiv bewertet. Ausge­ blendet und wenig erforscht blieben hingegen die sogenannten Wochenkrippen, die seit Beginn der 1950er Jahre wesentlicher Bestandteil staatlicher Kinderbetreuung und -erziehung in der DDR und zeitweise in ganz Osteuropa verbreitet waren. Hier wurden Jungen und Mädchen ab der sechsten Lebenswoche von montags bis freitags inklusi­ve Übernachtung betreut. Bei ihren Familien lebten sie nur an den Wochenenden. Was bedeutet es, in frühester Kindheit weitestgehend ohne Mutter und Vater aufzu­ wachsen? Wie verlief die Betreuung im Alltag? Und warum gaben Eltern ihre Kinder in die Wochenkrippe? Die Ausstellung „abgegeben – Wochenkrippen in der DDR“ ist ein künstlerisches Forschungsprojekt über die biografischen Auswirkungen dieser heute umstrittenen Form der Kinderbetreuung.

Sophie Linz, Initiatorin und künstlerische Leiterin der Ausstellung, ist eines dieser Wo­ chenkrippe-Kinder. Gemeinsam mit neun weiteren Betroffenen machte sie sich auf den Weg, Erinnerungen und Erlebnisse zu erforschen und in Text, Bild und Ton zu dokumentieren. Entstanden sind zehn multimediale Collagen, die die ehemaligen Wochenkrippe-Kinder unter Anleitung der Künstlerin und Kunstpädagogin Karla Sachse erstellten, und die erstmals im Schaudepot der Kunsthalle Rostock zu sehen sind.
Eine weitere Perspektive eröffnen Werke aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock, gleichfalls kuratiert von einem ehemaligen Wochenkrippe-Kind aus Rostock. Sie bietet den Betrachtern einen sehr persönlichen Blick auf die Sammlung. Arbeiten der in Ber­ lin lebenden Künstlerinnen Karla Sachse (Installation) und Nadine Schemmann (Malerei und Textile Skulptur) setzen aus zeitgenössisch-künstlerischer Sicht weitere Akzen­ te zum Thema.
Die Ausstellung wird durch Filme und Texttafeln zur Entstehung und Geschichte der Wochenkrippen ergänzt.“ https://www.kunsthallerostock.de/de/ausstellungen/ausstellung/2023/abgegeben-wochenkrippen-in-der-ddr